Wechsel · Software

Ackerschlagkartei Vergleich 2026

Stand: September 2026

Fünf Ackerschlagkarteien nach den Kriterien, die beim Wechsel zählen: Wem gehört die Software, was kostet sie, welche Formate liest und schreibt sie, wie kommst du wieder raus. Hektor ist die kostenlose, unabhängige Option.

Eine Ackerschlagkartei ist ein Werkzeug für zehn Jahre, nicht für eine Saison. Deshalb zählen beim Vergleich weniger die Funktionslisten als vier Fragen: Wem gehört die Software, was kostet sie, welche Daten kommen rein und wieder raus, und was passiert bei der Kündigung. Die Tabelle fasst zusammen, was sich belegen lässt. Wo ein Anbieter keine öffentliche Angabe macht, steht „k. A.".

Die Anbieter im Überblick

AnbieterEigentümerKostenImport / ExportLaufzeit / KündigungDatenstandort
HektorFelix Behne, Freiberufler (unabhängig)kostenlos, kein TarifImport: 365FarmNet-ZIP/CSV, ISO-XML, Shapefile, GeoJSON, ELAN, iBALIS, FIONA, ALKIS. Export: CSV, PDF, Schlagkartei-Druckjederzeit, Konto löschenFrankfurt am Main (EU)
365FarmNet / Claas connectCLAAS (Maschinenkonzern)k. A. (Claas connect)Export: ISO-XML, Shape-ZIP; kostenloser Datentransfer zu Claas connect365FarmNet endet am 30.11.2026k. A.
NEXT Farming Pro / LiveFarmFacts, BayWa-Gruppek. A.ISO-XML, Shape, GISPro: 1 Jahr, verlängert sich automatisch, 3 Monate Frist zum Jahresende; Daten nach Vertragsende nicht mehr zugänglich. Live: unbefristet, jederzeitk. A.
xarvio Field ManagerBASFk. A.GeoJSON, agrirouter, öffentliche REST-APIDatenportabilität: 2 Monate plus 30 Tage Export nach Vertragsendek. A.
pro-Fluraunabhängiger Anbieterab 99 € (Herstellerangabe, Stand Juni 2026)Desktop-Software, Schwerpunkt Sonderkulturen; Formate k. A.k. A.lokal auf dem eigenen Rechner

Stand September 2026. Angaben zu Fremdanbietern stammen aus deren öffentlichen AGB und Pressemitteilungen[1][2][3]; Preise nennen die meisten Anbieter nur auf Anfrage.

Eigentümer: wer entscheidet über deine Daten

365FarmNet gehört CLAAS, NEXT Farming über FarmFacts der BayWa, xarvio der BASF. Das ist nicht per se schlecht, aber die Roadmap folgt dann den Interessen des Konzerns. Die Einstellung von 365FarmNet zum 30. November 2026 ist der aktuelle Beleg. Hektor gehört keinem Konzern und keiner Genossenschaft; die Software wird von Felix Behne als Freiberufler in Deutschland entwickelt.

Kosten: kostenlos gegen Lizenz

Hektor ist kostenlos, ohne Tarif, ohne Hektar-Abrechnung und ohne Kreditkarte. Sollte es irgendwann kostenpflichtige Zusatzangebote geben, erfährst du das mindestens drei Monate vorher. Bei den anderen Anbietern sind die Preise überwiegend nur auf Anfrage erhältlich; pro-Flura nennt als Einstieg 99 €.

Import und Export: kommen die Daten wieder raus

Hektor liest die gängigen Exportformate direkt ein: den 365FarmNet-Export (Schläge als ZIP, Erträge als CSV), ISO-XML, Shapefile und GeoJSON sowie die Exporte der Antragsprogramme ELAN-NRW, iBALIS und FIONA. Schläge lassen sich zusätzlich aus amtlichen ALKIS-Flurstücken anlegen. Beim Verlassen bekommst du Schlagkartei, Nachweise und Auswertungen als CSV und PDF. NEXT Farming Pro macht Daten nach Vertragsende unzugänglich; den Export musst du drei Wochen vor Ablauf anfordern.

Laufzeit und Kündigung

NEXT Farming Pro läuft ein Jahr und verlängert sich automatisch, Kündigung drei Monate zum Jahresende. xarvio räumt nach Vertragsende zwei Monate plus 30 Tage für den Export ein. Hektor hat keine Laufzeit: Konto löschen genügt, die Daten sind vorher jederzeit exportierbar.

Fachliche Tiefe

Alle genannten Anbieter dokumentieren Pflanzenschutz und Düngung. Unterschiede liegen in der Prüfung: Hektor rechnet den Düngebedarf nach Düngeverordnung je Schlag mit den Regeln des Bundeslands, warnt bei Sperrfristen und roten Gebieten, prüft Pflanzenschutzmittel gegen das BVL-Verzeichnis (Zulassung, Kultur, Wartezeit, Auflagen) und zählt Behandlungen je Mittel mit. Lager, Arbeitsaufträge und Auswertungen sind enthalten. Die Details stehen auf der Funktionsübersicht.

Fragen und Antworten

Welche Ackerschlagkartei ist kostenlos?
Hektor ist kostenlos, ohne Tarif und ohne Kreditkarte. Die kostenlosen Werkzeuge (Düngebedarf-Rechner, Sperrfristen-Kalender, Pflanzenschutz-Verzeichnis) laufen sogar ohne Konto. Bei den anderen Anbietern gibt es Testphasen oder Lizenzen; die Preise stehen meist nur auf Anfrage fest.
Warum ist der Eigentümer der Software wichtig?
Gehört die Software einem Maschinenkonzern oder Chemiehersteller, entscheidet dieser über Roadmap, Preise und Datenzugriff. 365FarmNet zeigt das Risiko: CLAAS stellt die Plattform zum 30.11.2026 ein und führt Kunden zu Claas connect.
Wie wechsle ich, ohne Daten zu verlieren?
Zuerst exportieren: Schläge als Shapefile oder ISO-XML, Erträge als CSV. Hektor liest diese Formate direkt ein und legt die Schläge mit Geometrie an. Prüfe vor dem Wechsel die Kündigungsfrist des alten Vertrags, bei NEXT Farming Pro sind es drei Monate zum Jahresende.
Was gilt ab 2027 für die Pflanzenschutz-Dokumentation?
Ab dem 1. Januar 2027 muss die Anwendungsdokumentation elektronisch und maschinenlesbar geführt werden. Eine Software muss Zulassungsnummer, Aufwandmenge, Fläche, Datum und Anwender je Anwendung speichern und exportieren können.

Hektor kostenlos starten oder zuerst die kostenlosen Werkzeuge ohne Konto ausprobieren.

Quellen

  1. 1CLAAS-Pressemitteilung (01.12.2025): 365FarmNet geht in Claas connect auf
  2. 2NEXT Farming AGB (Laufzeit, Kündigung, Datenzugang)
  3. 3xarvio Field Manager Nutzungsbedingungen (Datenportabilität)