
Recht · Pflanzenschutz
EPPO-Codes im Pflanzenschutz
Stand: Juni 2026
Seit 2026 gehört der EPPO-Code der Kultur in jede Pflanzenschutz-Aufzeichnung. Was dahintersteckt, wie ein Code aufgebaut ist und wo du den richtigen findest.
EPPO-Codes sind standardisierte Kürzel der European and Mediterranean Plant Protection Organization (EPPO). Jede Pflanze und jeder Schadorganismus bekommt einen eindeutigen, computerlesbaren Code, unabhängig von Sprache und Land. Eine „Wintergerste" heißt in jedem Land anders, der Code HORVW ist überall gleich. So lassen sich Aufzeichnungen EU-weit vergleichen und automatisch auswerten.
Wie ein Code aufgebaut ist
Der Code ist meist eine Abkürzung des wissenschaftlichen Namens. Pflanzen sind 5-stellig[1] (drei Buchstaben für die Gattung, zwei für die Art), andere Organismen 6-stellig. TRZAW steht zum Beispiel für Triticum aestivum, also Winterweizen. Der Code bleibt stabil, auch wenn sich der wissenschaftliche Name ändert. Deine Daten passen dadurch über Jahre zusammen. Ein paar gängige Kulturen:
- TRZAW: Winterweizen
- HORVW: Wintergerste
- ZEAMX: Mais
- BEAVA: Zuckerrübe
- SOLTU: Kartoffel
Warum sie Pflicht sind und wie sie zusammenspielen
Seit dem 1. Januar 2026 gehört der EPPO-Code der behandelten Kultur[4] in jede PSM-Aufzeichnung. Das macht die Doku maschinenlesbar und ist die Grundlage der ab 2027 verpflichtenden elektronischen Form. Gefordert ist der Code der Kultur, nicht der des Schadorganismus. In der Aufzeichnung trifft er auf zwei weitere Angaben: das BBCH-Stadium, also das Entwicklungsstadium der Pflanze, das nur Pflicht ist, wenn die Zulassung es verlangt, und die Zulassungsnummer des Mittels. Zusammen ergeben die drei einen Datensatz, den eine Behörde automatisch prüfen kann.
Wo du den Code findest
Die vollständige, frei zugängliche Liste steht in der EPPO Global Database (gd.eppo.int). Für Deutschland pflegt das BVL die relevante Fassung. Im Alltag musst du nichts nachschlagen. Eine digitale Schlagkartei hinterlegt den Code je Kultur. Du erfasst im Klartext, der Code wird beim Export ergänzt. Mit dem Code kann die Behörde prüfen, ob das Mittel für die dokumentierte Kultur zugelassen ist.
Dieser Beitrag ist eine allgemeine Einordnung und ersetzt keine Fachberatung.
Quellen